Die „perfekten“ Trocknungsbedingungen für Cannabis sind solche, die den Feuchtigkeitsverlust gleichmäßig verlangsamen, Terpene schützen und Schimmelbildung verhindern. Im kommerziellen und professionellen Anbau wird dies als Prozess der Umweltkontrolle und nicht als einfacher zeitbasierter Schritt betrachtet.
Ideale Trocknungsbedingungen für Cannabis (Industriestandard)
1. Temperatur
Zielwert: 15–18 °C (60–65 °F)
Zulässiger Bereich: 13–20 °C (55–68 °F)
Niedrigere Temperaturen erhalten Terpene und Cannabinoide.
Temperaturen über 70°F beschleunigen die Trocknung und verursachen Folgendes:
Scharfer Rauch
Terpenverlust
Chlorophyll-Einschluss
2. Relative Luftfeuchtigkeit (RH)
Zielwert: 55–60 % relative Luftfeuchtigkeit
Wichtigste Regel: Die relative Luftfeuchtigkeit darf 62 % niemals überschreiten.
Relative Luftfeuchtigkeit unter 50 % = Übertrocknung, brüchige Knospen
Relative Luftfeuchtigkeit über 60 % = hohes Schimmelrisiko
Eine relative Luftfeuchtigkeit von 55–60 % ermöglicht eine langsame und gleichmäßige Feuchtigkeitswanderung vom Stängel zur Blüte.
3. Luftstrom
Ziel: Schonender, indirekter Luftaustausch
Die Luft sollte im Raum zirkulieren, nicht direkt auf die Knospen blasen.
Empfohlen:
Oszillierende Ventilatoren, die auf Wände oder Decken gerichtet sind
4–6 Luftwechsel pro Stunde (ACH)
Direkte Luftströmung verursacht:
Ungleichmäßige Trocknung
Äußere Übertrocknung, während der Kern feucht bleibt
4. Dunkelheit
Voraussetzung: Vollständige Dunkelheit
Licht zersetzt THC und Terpene
Trockenräume sollten abgedichtet sein gegenüber:
Sonnenlicht
Pflanzenlampen
UV-Strahlung
5. Trocknungsdauer
Optimale Trocknungszeit: 7–14 Tage
Kleine Pflanzen oder niedrige Luftfeuchtigkeit: 7–9 Tage
Große Blütenstände oder dichte Knospen: 10–14 Tage
Der Trocknungsprozess ist abgeschlossen, wenn:
Kleine Stängel brechen eher, als dass sie sich biegen.
Die Knospenhülle ist trocken, aber nicht bröckelig.
Eine zu schnelle Trocknungsphase ist der häufigste Qualitätsmangel bei der Cannabisproduktion.
Empfohlene Umweltsollwerte
| Parameter | Ideale Umgebung |
| Temperatur | 60–65°F (15–18°C) |
| Relative Luftfeuchtigkeit | 55–60 % |
| Licht | Totale Dunkelheit |
| Luftstrom | Indirekt, sanft |
| Dauer | 7–14 Tage |
Ausrüstungsüberlegungen
Luftentfeuchter
Verwenden Sie ein kommerzielles oderLuftentfeuchter für Anbauräume
Cannabis-LuftentfeuchterKurzzyklusbetrieb vermeiden; kontinuierlicher Betrieb unter niedriger Last wird bevorzugt
Ziel ist die Stabilität des Taupunkts, nicht nur der relativen Luftfeuchtigkeit.
Heizung, Lüftung und Klimaanlage
Kühlung ist oft auch während des Trocknens erforderlich.
Temperatur unabhängig von der Luftfeuchtigkeit konstant halten
Überwachung
Verwenden Sie kalibrierte Hygrometer in Kronenhöhe
Überwachen Sie den Dampfdruckdefizit (VPD) oder den Taupunkt auf Konsistenz.
Die Datenprotokollierung wird zur Gewährleistung der Konformität und Reproduzierbarkeit dringend empfohlen.
Häufige Trocknungsfehler
Trocknung bei 40–45 % relativer Luftfeuchtigkeit, „um Schimmelbildung zu vermeiden“.
Verwendung von Raumheizgeräten oder starker Hitze
Ventilatoren direkt auf die Knospen richten
Trocknung in Räumen ohne Luftfeuchtigkeitsregelung
Uneinheitliche Tag-/Nachtbedingungen
Professionelle Einblicke
Hochwertiges Cannabis wird in der Wachstums- und Blütephase angebaut, seine Qualität entscheidet sich jedoch erst beim Trocknen. Ein langsames, kontrolliertes Trocknen erhält die Terpenexpression, die Milde und das ansprechende Aussehen weitaus besser als die Genetik allein.
Veröffentlichungsdatum: 23. Dezember 2025

